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02.04.2013
20:17

Von Jerusalem nach Bethlehem

So langsam naehern wir uns wieder mitteleuropaeischen Zeiten an und duerfen heute bis 6:00 Uhr schlafen (das ist bei euch immerhin 5:00 Uhr!!!). Und auch die Temperaturen scheinen uns wieder etwas an deutsches Niveau gewoehnen zu wollen: frische 15 Grad... brrrrrrrr !

Nach dem Fruehstueck machen wir uns unter dem Leitspruch "Befiehl dem Herrn deine Wege, er wird es wohl (gut) machen" auf den Weg nach Jerusalem. Im Bus wird sich schon zu dieser fruehen Stunde mit "Hevenu shalom" und "Shalom chaverim" eingestimmt, denn unsere erste Station ist die Himmelfahrtskirche bei der Auguste Victoria auf dem Oelberg. In dieser imposanten Kirche werden wir morgen unser letztes Konzert singen. Der immense Nachhall von 5 Sekunden macht einen Soundcheck noetig. Waehrend die Technik aufgebaut wird, erklaert uns der deutsche Pfarrer dieser Gemeinde, die hauptsaechlich Touristen betreut, die Geschichte der Kirche und der Deutschen in Jerusalem. Zum Abschluss folgen noch viele seiner Einladung, den hoechsten Turm Jerusalems zu besteigen, wo sie nach 221 Stufen mit einem grandiosen Ausblick belohnt werden.

Die naechste Station ist der Tempelplatz. Nach intensiven Sicherheitskontrollen stehen wir auf diesem geschichtstraechtigen und bedeutenden Platz. Beeindruckend ist es, den so bekannten Felsendom und die Al-Aqsa Moschee von nahem zu sehen, die seit dem Jahr 2000 aber leider fuer Touristen unzugaenglich sind. Und das alles bei blauem Himmel und inzwischen angenehmen 23 Grad.

Dann haben wir fast 3 Stunden Zeit, um uns auf eigene Faust von dort durch die Jerusalemer Altstadt treiben zu lassen. Es ist ein Erlebnis fuer alle Sinne in den schmalen Gassen des Bazars mit den vielen kleinen Laedchen und den 1000en Auslagen und Angeboten, den unterschiedlichsten Geruechen, den vielen Menschen aus aller Herren Laendern...! Viele finden auch den Weg ins Oesterreichische Hospiz, einer kleinen "Oase" inmitten des Gewimmels an der Via Dolorosa. Hier gibt es ein Wiener Kaffeehaus mit leckerem Kaffee und sagenhafter Sachertorte und Apfelstrudel! Jaaaa, uns geht's gut!

Vom Jaffa-Tor aus fahren uns unsere beiden Busfahrer Sedan und Omar zurueck nach Bethlehem. Hier kommen wir einer ganz besonderen Einladung der Betreiber unseres Hotels nach. Sie haben sich mit einer Restauration in das neue Projekt "Salomon's Pools Resort" eingemietet und bewirten uns in der tollen Umgebung einer renovierten Burg aus dem Osmanischen Reich. Wir sind "Testbesucher" -auch des angegliederten Museums-, denn das Projekt ist noch nicht eroeffnet.

Auf der Weiterfahrt zu unserem abendlichen Auftrittsort an der Weihnachtskirche sehen wir weitere Seiten von Bethlehem, die nicht auf einer typischen Touristenroute liegen. Das Kulturzentrum ist in den Ausmassen nicht mit dem in Ramallah zu vergleichen. Aber immerhin verlieren sich die auch gut 70 Zuschauer nicht so sehr und wir sehen ihre Reaktionen viel besser. Auch hier fuehlen wir uns wieder sehr herzlich und dankbar aufgenommen. Das Credo hat wieder eine sehr beruehrende und Bruecken-bauende Wirkung. Wir alle stehen noch einige Zeit mit den Gaesten in Gespraechen zusammen und fahren recht erfuellt ins Hotel zurueck.

So, es ist schon wieder spaet geworden und morgen geht es wieder vor Sonnenaufgang raus.
Wir wuenschen euch GUTE NACHT oder LEILA SAIDA!

 

31.03.2013
21:00

Ostern in Israel

 
 

Liebe Daheimgebliebene,

heute ist Ausschlafen angesagt ;-): erst um 5:30 Uhr erschallt der Weckruf per Telefon und wir haben bis zur Abfahrt um 7:15 Uhr Zeit! FROHE OSTERN!

Wir fahren nach Jerusalem zur Erloeserkirche. Bischof Younan hat uns eingeladen, den arabisch-englischen Ostergottesdienst mit einigen Liedern musikalisch mitzugestalten. Da wir vor verschlossenen Tueren stehen, singen wir uns schon einmal draussen ein (Bild 1)... die erst wenigen Touristen und Haendler amuesiert`s und uns auch. Der Gottesdienst wird abwechselnd in arabischer und englischer Sprache gehalten: eine schoene Erfahrung weltweiter Kirche. Besonders beeindruckend sind das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser, das jede/r in der Muttersprache spricht. Nach einem Kaffee bzw. Tee im Innenhof haben wir eine erste Gelegenheit, den Bazar auf eigene Faust zu durchstreifen und erste Handelerfahrungen zu sammeln oder die Grabeskirche im Ostergewimmel zu erleben.

Dietrich hat dann bei einem "good friend" in der Naehe der Kirche das Mittagessen organisiert: Falafel fuer (fast) alle... mmmmhhhh! (Bild 2) Ach ja: wie ihr seht, sitzen wir draussen. Im Schatten laesst es sich gut aushalten.

Im Orient ist alles anders, daher muessen auch immer wieder einmal Plaene ueber Bord geworfen und kurzfristig umdisponiert werden. Wegen des Pessah-Festes kommen wir nicht mehr in das Israel-Museum zum Jerusalem-Modell. Das Gute daran ist, dass wir nun doch noch nach Bethlehem ins Hotel fahren, wo wir uns kurz ausruhen und fuer unser Konzert umziehen koennen.

Mit unseren beiden Bussen geht es nun nach Ramallah, der Hauptstadt der palaestinensischen Autonomiebehoerde. Beim Uebergang am Checkpoint ist es sehr still. Die Mauer und die Grenzanlagen bedruecken beim alleinigen Anblick sehr (Bild 3)... obwohl wir ohne weiteres durchgewunken werden. Wir schlaengeln uns durch den arabischen Verkehr bergauf durch die Stadt. Beim Anblick des "Ramallah Cultural Palace" sind wir sehr ueberrascht. Sowohl von aussen als auch von innen beeindruckt dieses Veranstaltungsgebaude.

Nach Ein- und Ausrichten der Technik sowie dem Durchsingen einiger Lieder ist es auf einmal schon 18:00 Uhr, was Eva erstaunt und noch nicht umgezogen hinterm Buehnenvorhang feststellt.
Dann geht das Licht aus, Ashraf tritt auf die riesige Buehne und begruesst die Zuschauer und uns.
Wir waren bereits vorgewarnt und daher nicht sonderlich geschockt, dass sich in dem riesigen Theater mit ca. 800 Platzen nur ca. 80 Gaeste verlieren. Wir werden fuer jeden Einzelnen unsere Botschaft der Hoffnung singen... und die kommt an. Beeindruckt lauschen die Zuschauer den Liedern, den Texten (in Englisch) und den Filmsequenzen ueber die Berliner Mauer (in Arabisch). Als wir dann zum Schluss mit "Amen" singend in die Reihen gehen, koennen wir die Dankbarkeit ganz nah sehen und danach in kuzen Gespraechen erfahren. Eine Frau sagt: "Das war unser Thema, obwohl ihr das nie direkt ausgesprochen habt". Ja, die Botschaft ist angekommen. Wir sind sehr beeindruckt und dankbar in Ramallah singen zu duerfen.

Bei der Rueckfahrt bestaunen wir das abendliche Leben dieser quirligen Stadt mit einmal nur so vielen Einwohnern wie Guetersloh.