31.03.2013
21:00

Ostern in Israel

 
 

Liebe Daheimgebliebene,

heute ist Ausschlafen angesagt ;-): erst um 5:30 Uhr erschallt der Weckruf per Telefon und wir haben bis zur Abfahrt um 7:15 Uhr Zeit! FROHE OSTERN!

Wir fahren nach Jerusalem zur Erloeserkirche. Bischof Younan hat uns eingeladen, den arabisch-englischen Ostergottesdienst mit einigen Liedern musikalisch mitzugestalten. Da wir vor verschlossenen Tueren stehen, singen wir uns schon einmal draussen ein (Bild 1)... die erst wenigen Touristen und Haendler amuesiert`s und uns auch. Der Gottesdienst wird abwechselnd in arabischer und englischer Sprache gehalten: eine schoene Erfahrung weltweiter Kirche. Besonders beeindruckend sind das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser, das jede/r in der Muttersprache spricht. Nach einem Kaffee bzw. Tee im Innenhof haben wir eine erste Gelegenheit, den Bazar auf eigene Faust zu durchstreifen und erste Handelerfahrungen zu sammeln oder die Grabeskirche im Ostergewimmel zu erleben.

Dietrich hat dann bei einem "good friend" in der Naehe der Kirche das Mittagessen organisiert: Falafel fuer (fast) alle... mmmmhhhh! (Bild 2) Ach ja: wie ihr seht, sitzen wir draussen. Im Schatten laesst es sich gut aushalten.

Im Orient ist alles anders, daher muessen auch immer wieder einmal Plaene ueber Bord geworfen und kurzfristig umdisponiert werden. Wegen des Pessah-Festes kommen wir nicht mehr in das Israel-Museum zum Jerusalem-Modell. Das Gute daran ist, dass wir nun doch noch nach Bethlehem ins Hotel fahren, wo wir uns kurz ausruhen und fuer unser Konzert umziehen koennen.

Mit unseren beiden Bussen geht es nun nach Ramallah, der Hauptstadt der palaestinensischen Autonomiebehoerde. Beim Uebergang am Checkpoint ist es sehr still. Die Mauer und die Grenzanlagen bedruecken beim alleinigen Anblick sehr (Bild 3)... obwohl wir ohne weiteres durchgewunken werden. Wir schlaengeln uns durch den arabischen Verkehr bergauf durch die Stadt. Beim Anblick des "Ramallah Cultural Palace" sind wir sehr ueberrascht. Sowohl von aussen als auch von innen beeindruckt dieses Veranstaltungsgebaude.

Nach Ein- und Ausrichten der Technik sowie dem Durchsingen einiger Lieder ist es auf einmal schon 18:00 Uhr, was Eva erstaunt und noch nicht umgezogen hinterm Buehnenvorhang feststellt.
Dann geht das Licht aus, Ashraf tritt auf die riesige Buehne und begruesst die Zuschauer und uns.
Wir waren bereits vorgewarnt und daher nicht sonderlich geschockt, dass sich in dem riesigen Theater mit ca. 800 Platzen nur ca. 80 Gaeste verlieren. Wir werden fuer jeden Einzelnen unsere Botschaft der Hoffnung singen... und die kommt an. Beeindruckt lauschen die Zuschauer den Liedern, den Texten (in Englisch) und den Filmsequenzen ueber die Berliner Mauer (in Arabisch). Als wir dann zum Schluss mit "Amen" singend in die Reihen gehen, koennen wir die Dankbarkeit ganz nah sehen und danach in kuzen Gespraechen erfahren. Eine Frau sagt: "Das war unser Thema, obwohl ihr das nie direkt ausgesprochen habt". Ja, die Botschaft ist angekommen. Wir sind sehr beeindruckt und dankbar in Ramallah singen zu duerfen.

Bei der Rueckfahrt bestaunen wir das abendliche Leben dieser quirligen Stadt mit einmal nur so vielen Einwohnern wie Guetersloh.

  •  
  • 0 Kommentar(e)
  •  

Keine Antwort zu

Mein Kommentar

Benachrichtige mich, wenn jemand einen Kommentar zu dieser Nachricht schreibt.

Zurück